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ROOM – Emma Donoghue

Ausgestellt am 16. März 2012 vom in Englischsprachig
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Handlung

Jack und seine Mutter sind unzertrennlich. Stundenlang spielen beide jeden Tag miteinander. Alle Spiele sind selbst ausgedacht, manche sind extra für ihre Fitness, sagt Jacks Mutter.
Sie spielen auch, damit sie nicht zu viel Fernsehen schauen, aber auch, weil es langweilig für seine Mutter ist, immer dieselben Bücher mit ihm zu lesen. Jack liebt diese täglichen Rituale und er liebt seine Mom. Wären da nicht ihre „Abwesenheits-Tage“, an denen sie nicht sprechen will und keine Berührungen erträgt. Und die Besuche vom alten Nick, der ihnen zwar Lebensmittel mitbringt und Wünsche erfüllt, wegen dem Jack dann aber abends nicht bei seiner Mom schlafen kann und der scheinbar irgendetwas damit zu tun hat, dass sie danach wieder ihre „Abwesenheits-Tage“ hat, an denen Jack nicht zu ihr durchdringen kann.
An solchen Tagen spielt Jack dann mit den Fernseh-Freunden. Mom sagt, sie existieren nicht, denn nur sie beide wären real, aber andere Freunde hat Jack nicht.
An Jacks fünftem Geburtstag ist seine Mom anders als sonst. Sie behauptet Dinge, die nicht stimmen können, dass die Fernsehleute echt sind und es ein außerhalb von „Raum“ gibt….

Fazit

Emma Donoghue (* 24. Oktober 1969 in Dublin) hat bereits diverse Preise für ihr Schreiben erhalten, unter anderem den Stonewall-Preis für Fiktion und den irischen Buch-Preis. Für Room erhielt sie weitere Preise.
Nur wenigen Autoren gelingt es, die Perspektive eines Kindes glaubhaft und einfühlsam wiederzugeben. Bei den modernen Autoren sei hier neben Emma Donoghue noch Mark Haddon mit „The curious incident oft he dog in the night-time“ zu nennen. Beiden Autoren gelingt es nicht nur, die Psyche eines Kindes zu durchdringen und die kindliche Sprache mit ihrer eigenen, durchaus logischen Grammatik, darzustellen, sondern außerdem, sich in die Perspektive eines besonderen Kindes einzufühlen. Haddon`s Protagonist ist authistisch, Donoghue`s Protagonist, Jack ist durch seine Lebensumstände anders als andere Kinder.
Wie Donoghue dem Guardian mitgeteilt hat, bilden tatsächliche Vorfälle die Grundlage für Room:
Die Fälle Kampusch/Priklopil und Fritzl.
Doch anders, als die Konstellation vermuten lässt, ist der Roman nicht voyeuristisch oder reißerisch.
Indem Donoghue die Handlung aus Jack`s Sicht beschreibt, wird die Situation der beiden nicht auf die körperlichen und seelischen Demütigungen reduziert und die Figuren auf Rollenklischees festgelegt.
Unsere Erwartungen an Opfer und Täter werden nicht erfüllt und wir erfahren, dass es an der Sicht „von Außen“, an unserem Normalitäts-Maßstab liegt, den wir auf die Situation projizieren.
Denn Jack zeigt dem Leser, wie aus Elend, Stolz und Kreativität erwachsen kann. Die Liebe zwischen Mutter und Sohn, vor allem aber die Stärke von Jacks Mutter sind so ergreifend, dass sie den Leser zur Konfrontation mit eigenen Vorstellungen und (Vor-)Urteilen zwingen.

Wer ist ein Opfer? Wer ein Held? Was ist Liebe? Was Familie? Was ist Vergebung? Was Mitgefühl?
Und vor allem: Was heißt „normal“? Und ist normal auch gut?

Urteil: Unbedingt empfehlenswert.

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Room
von Emma Donoghue – Pan Macmillan (2011)
ISBN 978-0330519021
Taschenbuch – 336 Seiten

Vielen Dank an Hellen für diese Rezension

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